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Eintrag vom 10.04.2012 um 17:07
Geschrieben von:  Antje
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ich finde es schade, dass dieses Gästebuch hier zur Selbstdarstellung eines einzelnen Nutzers verkommt...

:-(
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Eintrag vom 10.04.2012 um 13:39
Geschrieben von:  Andreas Rochow
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Zu meiner Freude konnte ich diesen Text von Vera Lengsfeld aufstöbern, die eine glaubhafte und kompetente
Chronistin der friedlichen Revolution ist.
"27.02.2012 - Der Bürgerrechtler als Denunziant

Seit 5 Tagen rauscht Hans-Jochen Tschiche durch den Blätterwald mit seiner Behauptung, Joachim Gauck wäre kein Bürgerrechtler gewesen. Stimmt, denn Bürgerrechtler gab es nicht in der DDR. Es gab viele unterschiedliche Formen des Widerstandes, meist, aber nicht nur, unter dem Dach der Evangelischen Kirche. Die 3-4000 Menschen, die Tschiche unter das Label „Bürgerrechtler“ fasst, waren die Aktivisten der „Unabhängigen Friedens- ,Umwelt-, und Menschenrechtsbewegung“, wie sie sich nannten, weil das Wort „Opposition“ aus strafrechtlichen Gründen unbedingt vermieden werden musste. Ich bezweifele sehr, ob jeder dieser Aktivisten Tschiche persönlich begegnet ist. Ich selbst habe ihn nie bei den Veranstaltungen der Umweltbewegung gesehen. Ich würde ihm deshalb niemals sein umweltpolitisches Engagement bestreiten. Neben der Unabhängigen Friedens-, Umwelt-, und Menschenrechtsbewegung gab es noch jede Menge anderer Initiativen. Von manchen hörte man, von manchen nicht. Wir hatten ja die heutigen Kommunikationsmittel nicht zur Verfügung.
Auf alle, die Widerstand gegen das SED-Regime leisteten, wurde im Herbst 1989 der begriff Bürgerrechtler angewandt. Insofern trägt Gauck ihn mit Recht.
Tschiches absurde Verkürzung, Bürgerrechtler wäre nur gewesen, wer einen Rauschebart, zerknitterte Hosen und eine linke Gesinnung gehabt hätte, ist schon deshalb lächerlich, weil über die Hälfte der Aktivisten Frauen waren, die sich aus naheliegenden Gründen keine Bärte stehen lassen konnten und eher selten in zerknitterten Hosen auftraten.
Das „Neue Forum“ wurde übrigens von einem exklusiven Kreis gegründet, zu dem z. b. Rainer Eppelmann und ich nicht gehörten. Sind wir deshalb „auf den fahrenden Zug aufgesprungen“, wie Tschiche Gauck vorwirft?
Richtig infam aber wird es, wenn Tschiche behauptet, Gauck hätte aus eigennützigen Motiven eine Stasiunterlagenbehörde haben wollen, um deren Chef sein zu können. Dies wäre dann das Geschenk „der westdeutschen Politik an das ostdeutsche Verlangen“ gewesen. Dann deutet er noch an, die Behörde bewege sich „am Rande der Legalität“.
Hier wird Tschiche zum Denunzianten und Geschichtsfälscher. Die Stasiunterlagenbehörde und die Öffnung der Stasiakten wurden von der Bürgerrechtsbewegung gegen starke Widerstände in allen Parteien, außer Bündnis 90/ Grüne, durchgesetzt. Dass sie gegen alle Zweifel, die gab es anfangs auch bei unseren osteuropäischen Freunden, zu einer Erfolgsgeschichte und heute zum Modell für Stasiunterlagenbehörden in anderen Ländern werden konnte,ist vor allem Joachim Gauck zu verdanken, der von Anfang an keine „Spezialmoral“ zuließ, sondern sich streng an Rechtsstaatlichkeit hielt.
Auch stand Gauck mit seinem Verlangen, die DDR loszuwerden, keineswegs allein, sondern es waren die Massendemonstrationen für die deutsche Einheit, die maßgeblich für die Dynamik der Ereignisse waren. Weil die Bürgerrechtsbewegung das nicht erkannt hatte, kam sie bei der Wahl zur ersten freien Volkskammer nur knapp auf 5 Prozent.
Tschiches fatale Fixierung auf die DDR , hat ihn 1994 zum Architekten der Rot-Grünen Minderheitsregierung in Sachsen-Anhalt werden lassen, die sich von der SED-PDS am Katzentisch dirigieren ließ.
Zum Schaden von Sachsen-Anhalt, das sehr schnell zum Schlusslicht unter den Neuen Ländern wurde. Eine Position, die es erst unter einer konservativen Regierung verlor.
Dass es überall dort, wo die SED-Linke das Sagen hat, auch nach über zwanzig Jahren noch nicht richtig vorangeht, dass es die aus seiner Sicht kritikwürdige Marktwirtschaft war, der wir es zu verdanken haben, dass aus den DDR-Ruinen wieder blühende Landschaften wurden, will Tschiche nicht wahrhaben. Er verharrt lieber in seinen alten linken Träumen, die für die Meisten zum Albtraum wurden.
Was wir ganz bestimmt nicht brauchen, sind die Rezepte, nach denen die SED eine Volkswirtschaft, die Umwelt und viele Menschen ruiniert hat."

Was Wera Lengsfeld nicht weiß: Hier tummeln sich zum Tschiche-Beifall ja einzelne Menschen, die sich durch ihre Stasi-Verbindungen durchaus als "wendegeschädigt" bezeichnen dürfen. Bürgerrechtler sind sie deswegen wohl nicht automatisch ...
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Eintrag vom 25.03.2012 um 14:28
Geschrieben von:  Manfred Thon
E-Mail an Manfred Thon senden  E-Mail Hallo, Jochen Tschiche!
Nun sind die Würfel gefallen. Das Pokerspiel war mehr als peinlich. Ganz ungezogen fand ich, daß bei der Suche nach „gemeinsamen Kandidaten“ die LINKE ausgesperrt wurde. Doch nun, „Gewählt ist Gewählt“, und vielleicht gelingt es Gauck ja, endlich etwas deutsche Einheit herzustellen.
Doch es ist kaum zu glauben, was da an Haß und Häme über Dich geschüttet wird ! Art und Weise erinnern doch sehr an den Schnitz, nur eben hatte der bessere Argumente. So weit ich das im Freundeskreis wahrnehme, stehen mehr Mitstreiter an Deiner Seite als auf Deiner Seite. Nimm es einfach zur Kenntnis.
Und bemühe dazu Deine Bibelkenntnis: Als die Friedensbeter zB in Leipzig endlich Boden unter die Füße bekommen hatten und „Recht und Gerechtigkeit“ ansagten, tanzte die Befreiten schon um das Goldene Rindvieh und schrieen „Freiheit und Demokratie“. Dagegen war kein Kraut gewachsen.
An den Folgen werden wir noch lange zu tragen haben. An den Folgen einer „freiheitlichen“ Ausplünderung der Menschen, des Landes, der Welt. An den Folgen Geschäfte mit Tod und Verderben, wobei „einig Vaterland“ drittstärkster Profiteur ist. Wen kümmert da noch Gottes Gebot.
Von „Amtswegen“ weißt Du, daß eine Gesellschaft, die per „Recht und Gesetz“ Menschen von der „Teihabe an der Schöpfung“, also ARBEIT ausschließt, sich nicht christlich nennen darf. Da hilft auch ein Choral unter Waffen nicht.
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Eintrag vom 13.03.2012 um 22:00
Geschrieben von:  Andreas Rochow
E-Mail an Andreas Rochow senden  E-Mail Auf der Homepage von Marcus Meckel:

"Freude über Joachim Gauck als Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten

Es wurde nach dem Rücktritt wieder ein schwieriges Rangeln in der Koalition um die Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten. Die gestrige Einigung auf Joachim Gauck hat dem ein glückliches Ende gesetzt – und es wurde ein Kandidat gefunden, auf den sich viele Bürgerinnen und Bürger als Bundespräsident freuen. Gut, dass die Kanzlerin im letzten Augenblick gespürt hat, dass sie dem nicht entgegenstehen darf, wenn sie sich nicht selbst schaden will!

Mit Joachim Gauck wird jemand dieses wichtige Amt antreten, von dem man erhoffen und erwarten kann, dass er diesem Amt sein Gewicht und seine Bedeutung wieder zurückgeben kann.

Joachim Gauck weiss die Freiheit, die Wertegrundlagen unserer Demokratie zu schätzen und für sie einzutreten. Er hat die Unabhängigkeit, die Deutschlands Regierung und Elite braucht."

Dieser Bürgerrechtler hat es nicht für nötig gehalten, sich mit linken Spinnern ins Bett zu legen. Durch ihn bin ich Mitglied des Neuen Forum geworden. Er hat sich - wie Gauck! - sein historisches Gedächtnis bewahrt und nicht seinen politischen Verstand verloren. Und er ist ein Freund und Christ mit den richtigen Prioritäten!
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Eintrag vom 13.03.2012 um 21:00
Geschrieben von:  Andreas Rochow
E-Mail an Andreas Rochow senden  E-Mail Philipp Lengsfeld schreibt am Ende eines sehr treffenden Artikels über die gruselige Pastoren-Kakophonie zu Gaucks Nominierung für das Amt des Bundespräsidenten:
"Und dies ist der traurige Teil: Der gemeine Westler sieht sich hier nur wieder in seinen schlimmsten Vorurteilen bestätigt. Obwohl aus ihren Reihen direkt oder indirekt die beiden höchsten Würdenträger dieses Landes kommen (werden), fällt den Wortgewaltigen nur Nörgelei ein. Wenn man nicht wüsste, welche kleine Minderheit (und ich sage leider) die evangelischen Theologen in Ostdeutschland vertreten, dann müsste man sagen: ‘Die spinnen die Ossis’."
Recht hat er!
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