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Eintrag vom 28.02.2012 um 21:07
Geschrieben von:  Peter Rusam
E-Mail an Peter Rusam senden  E-Mail Sehr geehrter Herr Tschiche!
Bei der Gauck-Debatte bekomme ich allmählich einen Knoten im Kopf, und Ihr Artikel in der SZ macht es nicht besser - zum Glück, denn diese OstWest-Geschichte wird uns ja noch eine Weile beschäftigen, mit all ihren Folgen, und da tut ein wenig Verwirrung ganz gut. Bei der Lektüre sprangen mich ein paar Erinerungen an:
Als ich mit Düsseldorfer Studienkollegen Anfang der 90er auf den berüchtigten Nato-Doppelbeschluss zu sprechen kam, guckten mich diese an "wie die Kuh, wenns donnert", als ich ihnen erzählte, daß die DDR zu der Zeit längst mit SS20 vollgestopft war (was ich noch nicht wusste, als ich im fränkischen Heimatstädtchen mal eine Kreuzung mit-blockierte und Teelichter auf amerikanischen Jeeps deponierte, was die GIs unglaublich beeindruckte... naja... eher gar nicht). Am meisten erinnere ich mich allerdings an einen beiläufigen Gedanken nach dem Mauerfall: "Jetzt muss der Kapitalismus nicht mehr beweisen, daß er humaner ist". Tut er naturgemäß auch nicht. Und ein - sinngemäßer - Spruch von Richard Schröder fällt mir ein: Es ist doch unbestritten, daß die Menschen in der DDR unter schwierigen Bedingungen viel erreicht haben, aber das darf doch nicht dazu führen, diese schwierigen Bedingungen zu verteidigen. Tut hier allerdings keiner. Was ich vermutlich eigentlich sagen will ist: Westdeutscher Hochmut (selbst oft genug nicht frei davon - gewesen?) ging/geht mir auf die Nerven, Karrierismus (denn doch meine Gauck-Befürchtung, verstärkt nach Ihren Interventionen) sowieso, und die Gustav Heinemanns fallen halt leider nicht vom Himmel!

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Eintrag vom 28.02.2012 um 16:23
Geschrieben von:  Karola Schramm
E-Mail an Karola Schramm senden  E-Mail Sehr geehrter Herr Tschiche,
nochmals vielen Dank für den kompetenten Artikel von heute in der SZ über Herrn Gauck, dem ich voll zustimme.

Es wurde Zeit, dass Zeitzeugen berichten, wie es um Herrn Gauck in seiner DDR-Pastorenzeit politisch stand. Nicht schlecht.

Ein Oppositioneller ist er nicht gewesen, sondern ein Beruhiger und Beschwichtiger, mit Hass im Herzen gegen Kommunisten und alles was Links ist.

Wer Pastor Brüsewitz ist, der sich aus Verzweifelung ob der Passivität und Angepasstheit der ev. Kirche in der DDR vor seiner Kirche als mahnendes Zeichen verbrannt hat, wusste Gauck nicht, als eine Verwandte ihn danach fragte.

Wenn auch die DDR Medien darüber nicht und wenn überhaupt diskriminierend über diesen tapferen Pastor berichteten, kann ich mir nicht vorstellen, dass sein Selbstmord nicht Thema innerhalb der Kirche gewesen wäre.
Brüsewitz war der Impuls und der Anfang der kirchlichen Opposition in der DDR.

Gauck ist der falsche Kandidat und auch nicht meiner.

Wenn diese Nominierung einen Sinn haben kann, dann den, dass beide Teile Deutschlands sich auf ihre schreckliche Vergangenheit besinnen und sie den Feind der deutschen Demokratie nicht links und im Kommunismus verorten, sondern da, wo er herkommt - im rechtsextremen Raum des Nazifaschismus, der Andersdenkende, Andersseiende ausschloss, verfolgte, sterilisierte und massenweise ermordete, was nicht alles gewesen ist, den Rahmen dieses Gästebuchs aber sprengen würde.

Für jeden BP und Politiker ein Satz von Gandhi: Wer den Weg der Wahrheit geht, stolpert nicht.

Karola Schramm

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Eintrag vom 28.02.2012 um 10:40
Geschrieben von:  Strube, Gert Joachim
E-Mail an Strube, Gert Joachim senden  E-Mail Sehr geehrter Herr Tschiche,
vielen Dank für Ihren Beitrag in der SZ vom 27.02.2012, der meine volle Zustimmung findet. Auch für mich ist Herr Gauck wegen seiner neoliberalen Grundhaltung, mit offenbar fehlendem Bewußtsein für die realen sozialen Probleme in unserem Land als Bundespräsident untauglich.
Dem Artikel und den zugänglichen früheren Veröffentlichungen von Ihnen entnehme ich eine weitgehende Übereinstimmung in der Beurteilung der jüngeren deutschen Geschichte. Ich erlaube mir deshalb einen Leserbrief, den ich nach den "Feiern" zum Mauerfall im Nov. 2011 an die SZ geschickt habe, der leider stark verkürzt, besonders ohne den letzten Satz erschien, beizufügen.

Gert J. Strube


Leserbrief zum Beitrag von H. Prantl: „Eingemauert in Ruinen“ SZ vom 13 08. 2011


Der Bau der Berliner Mauer war ein barbarischer Akt, der nicht nur den Bewohnern der Stadt erhebliches Leid zugefügt hat, sondern auch DDR-Bürgern den letzten gefahrlosen Weg in die Freiheit versperrt hat. Daran zu erinnern ist legitim und notwendig. Allerdings finden die 16 Mill. Menschen, die in der ehemaligen DDR gelebt und gearbeitet haben, mit Ausnahme der SED-Machthaber, der Stasi-Mitarbeiter und der Mauerschützen bei den pathetischen Gedenkreden kaum Erwähnung. Wenigstens in einem Satz deutet Herr Prantl an, daß die Menschen im Osten nicht nur gelitten, sondern in der Regel ein ganz normales Leben geführt haben.
Auch der Hinweis auf die längst vollzogene Abriegelung der beiden Teile Deutschlands außerhalb Berlins durch den „Eisernen Vorhang“ ist richtig. In weiten Bereichen des Westens, vor allem in vielen Köpfen war der Osten längst abgeschrieben. Während die Partei- und Staatsführung der DDR nicht müde wurde, von zwei Deutschen Staaten zu sprechen und die BRD als westliches Ausland zu bezeichnen, sprachen Herr Strauß und Co. in Sonntagsreden von den „Brüdern und Schwestern im Osten“. Damit war das Interesse an den Menschen im Osten aber auch schon erschöpft. Die meisten DDR- Bürger waren durch Funk und Fernsehen gut bis sehr gut über das Leben und auch die Politik im Westen informiert. Die wichtigsten Politiker waren bestens bekannt und auch die jungen Leute wußten, wo Köln, Hamburg oder München liegt. In den Bayerischen Schulen kam die DDR so gut wie nicht vor. Als ich 1982 nach Freikauf aus DDR-Haft durch die damaligen Bundesregierung nach Bayern kam, mußte ich beim zuständigen Landratsamt gültige Ausweispapiere beantragen, Nachdem man meinen Unterlagen entnommen hatte, daß ich in Kassel geboren wurde und jetzt aus Thüringen kam, war die erste mich schockierende Frage: „Wann und warum haben Sie Deutschland verlassen“? Nicht irgendwo – auf einem Bayerischen Landratsamt! Da ich als Bayerischer Neubürger so viel Unwissenheit nicht glauben konnte, habe ich mich später immer wieder, besonders bei Mitschülern meiner Kinder, die ein Bayerisches Gymnasium besuchten, nach in der Schule erworbenen Kenntnissen über die Geographie, die Wirtschaft oder das Leben in der DDR erkundigt. Mit dem Ergebnis, daß sich der erste erschreckende Eindruck verfestigte.
In Schlagwörter wie Mauer, Stacheldraht, Stasi, Schießbefehl erschöpfte sich das Wissen.
Gelegentlich wurde noch von Armut und Hunger gesprochen.
Nun ist die Mauer weg. Und was erwarten die Politik und die meisten Medien, wie man die ehemalige DDR heute und in Zukunft sehen soll. Natürlich muß die Erinnerung an die SED - Diktatur mit all ihren Auswüchsen wachgehalten werden, aber mit der einseitigen Reduzierung des Lebens von 16 Mill. Menschen auf Stacheldraht und Schießbefehl wird man die Mauer in den Köpfen nicht beseitigen.
Vielleicht ist es das, was die Bürgerrechtler - die in einem Satz mit alten Funktionären in der Linkspartei zu nennen nicht zu akzeptieren ist – am Umgang mit der DDR-Geschichte stört, die Verdrängung und Geringschätzung der Lebensleistungen der Menschen im Osten. Es ist mehr als bedauerlich, daß den Bürgerrechtlern, die mit ihrem mutigen politischen Einsatz aus einem schlechten diktatorischen ein besseres demokratisches System schaffen wollten - vielleicht ein besseres als das, was sie 1989 bekommen haben, ohne Arbeitslosigkeit und drohende Altersarmut - DDR-Nostalgie unterstellt wird.

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Eintrag vom 27.02.2012 um 18:32
Geschrieben von:  Jürgen Kluth
E-Mail an Jürgen Kluth senden  E-Mail Sehr geehrter Herr Tschiche

Ihr Artikel in der SZ von heute gefällt mir, er deckt sich mit meinem " Empfinden
zur Person von Joachim Gauck. Irgendetwas
in seinem öffentl. Auftreren weckt bei
mir Misstrauen.
Ihr Artikel kommt in meine Nachttischschublade.(alles Wichtige
drin)
Wir werden sehen..........

mit freundlichen Grüssen

J.Kluth
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Eintrag vom 27.02.2012 um 17:57
Geschrieben von:  Klaus Merbeeke
E-Mail an Klaus Merbeeke senden  E-Mail Lieber Herr Tschiche,

vielen Dank für Ihren heutigen Artikel in der "Süddeutschen Zeitung" zu Joachim Gauck. Die unerträgliche Selbstverliebtheit und die naive Marktgläubigkeit Gaucks haben Sie klar und präzise formuliert.

Klaus Merbeeke
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