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Eintrag vom 25.02.2012 um 18:06
Geschrieben von:  Peter Rusam
E-Mail an Peter Rusam senden  E-Mail Sehr geehrter Herr Tschiche,
Danke für Ihren Beitrag im "Freitag" - auch wenn ich dessen Grund-Tenor nicht teile. Zwar weiß ich weder, ob das BuPrä-Amt nicht sowieso verzichtbar wäre, noch, ob Gauck sich schäbig oder feige verhalten hat (was ich nicht glaube - die Pfarrhäuser, welche ich in der DDR besuchte, waren allenfalls verwanzt, schmissen Stasi aber ansonsten raus - Gauck beschreibt das entschärft in Bezug auf Altbischof Rathke). Was ich aber weiß ist: endlich kein Palaver mehr über Sylt-Urlaube und Bobbycars! PS: Die Eitelkeit des Designierten ist ein wenig beängstigend.
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Eintrag vom 25.02.2012 um 12:25
Geschrieben von:  Michael Lehmann
E-Mail an Michael Lehmann senden  E-Mail Lieber Herr Tschiche,
Vielen Dank für die wahren Worte zu Herrn Gauck. Ich finde es furchtbar, das dieser neoliberalen Möchtegernheld sich als Bürgerrechtler aufspielen darf. Leider ist er als Präsident nicht mehr zu verhindern. Da kommt nichts gutes auf uns zu.
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Eintrag vom 25.02.2012 um 09:56
Geschrieben von:  Andreas Rochow
E-Mail an Andreas Rochow senden  E-Mail Erster Auftritt als Bundespräsident in spe (SPIEGEL vom 25.02.2012)

Abschied vom einfachen Bürger Gauck

Von Florian Gathmann, Fürth

Es ist wieder Zeit, ein neues Kapitel zu beginnen: Joachim Gauck sagt in diesen Tagen dem Leben als einer von vielen Adieu - bald ist er der erste Mann im Staat. In Fürth las er zum letzten Mal aus seinen Memoiren. Es war ein wehmütiger Auftritt.


Er hat diesen Auftritt noch mal so richtig genossen. Ohne Krawatte, ein paar launige Sprüche, manche Emotion. Schon in den vergangenen Tagen wird Joachim Gauck, 72, geahnt haben, wie sehr sich sein Leben künftig verändern wird. Zwar will er ein echter Bürgerpräsident sein, aber ihm schwant wohl selbst, dass auch ein Joachim Gauck mehr Präsident als Bürger sein wird.

Wer Gauck am Freitagabend in der Fürther "Comödie" erlebt, wie er aus seinen Memoiren "Winter im Sommer - Frühling im Herbst" liest, der hört und sieht einen Wehmütigen. Angela Merkel soll ihn vergangenen Sonntag im Kanzleramt bereits darauf hingewiesen haben, wenn auch halb im Spaß, dass er als Staatsoberhaupt nicht mehr persönlich ans Handy gehen dürfe. Zuvor hatte sie Gauck im Taxi fernmündlich davon in Kenntnis gesetzt, dass er Bundespräsident wird.

Und das bedeutet nicht nur neue Würde, sondern auch neue Zwänge.

Natürlich, die Sicherheitsbeamten vom Bundeskriminalamt, die Kamerateams und Fotografen, die Menschenschlange vor dem Fürther Kleinkunsttheater, all das schmeichelt ihm. Joachim Gauck ist ein eitler Mensch, daraus macht er keinen Hehl. "Es ist tatsächlich so, dass wir nun Herrn Joachim Gauck, den Bundespräsidenten in spe, auf unseren bescheidenen 'Comödie'-Brettern begrüßen dürfen", sagt die Theaterdirektorin auf der Bühne, als ihr Gast dort um kurz nach halb acht vor einem Holztischchen Platz genommen hat. "Das ist ein historischer Moment." Selbst Gauck ist das ein bisschen viel, so scheint es.

Aber er ist nun eben bald ein echter Präsident. Und zwar einer, der mit so viel Vorschusslorbeeren ins Amt kommt, wie kaum einer zuvor. Vielleicht ist es auch das, was ihm dieser Tage zu schaffen macht. Beim letzten Mal war es ja noch eher ein Spiel mit der Kandidatur, als ihn Grüne und SPD ins Rennen um Schloss Bellevue schickten. Zu groß war die Mehrheit von Schwarz-Gelb. Aber nun wird es ernst.

Und kann man sich Joachim Gauck vorstellen, wie er als Bundespräsident einen mehr oder weniger langweiligen Termin an den anderen reiht? Denn darin besteht ein Teil des Präsidenten-Alltags. Und alles strikt nach Protokoll, das werden ihm die Beamten aus dem Bundespräsidialamt schon klarmachen. Jedes Wort von ihm wird zudem künftig fein ziseliert werden. So einfach mal daher reden, das darf sich ein Staatsoberhaupt nicht erlauben.

"Heute Abend meldet sich Osteuropa im Westen zu Wort"

In Fürth kann er noch mal der alte Joachim Gauck sein. So, wie man ihn schon als Chef der Stasi-Unterlagenbehörde kannte und seitdem als "reisenden Demokratielehrer" (O-Ton Gauck). Ein Mann, der von einer großen Idee - der Freiheit - getrieben ist und diese unter die Menschen bringen will. Das bereitet ihm Spaß, so wie es ihm früher mit dem Predigen gegangen ist. Der Protestant Gauck ist ein lustvoller Redner, Erzähler, Fabulierer.

Er kann seine Zuhörer fesseln, er kann sie aufrütteln, er kann sie anrühren. Mitunter ist es mucksmäuschenstill im Saal. Gauck hat nicht nur seine Lebenserinnerungen verfasst, sondern auch eine Art subjektives Geschichtsbuch des kommunistischen Deutschlands. "Heute Abend meldet sich Osteuropa im Westen zu Wort", sagt er. Einmal zitiert Gauck Johannes Bechers unsägliches Gedicht, das der DDR-Staatslyriker zum Tode von Josef Stalin verfasste. "Tut mir leid, ich kann den Mist auswendig", sagt er entschuldigend.

Anderthalb Jahre ist er mit seinen Memoiren durch die Republik gereist, in mancher Woche an mehreren Abenden aufgetreten. Hier in Fürth geht diese Reise nun zu Ende. Es ist seine letzte Lesung. Sogar Tochter Gesine - eines von vier Kindern Gaucks - ist diesmal gekommen, "extra aus Bremen, sie wollte ihren Vater mal lesen hören", sagt er. Seine Partnerin Daniela Schadt ist natürlich auch dabei, sie arbeitete bisher im nahen Nürnberg als Zeitungsredakteurin. Auch ihr Leben wird sich radikal ändern.

"Wie eigentümlich, ganz und gar erstaunlich und manchmal auch geheimnisvoll, dass er angekommen ist, obwohl er nie einen Fahrschein hatte", liest Gauck vor, ein Satz von Seite 344, der vorletzten in seinem Buch. Pfarrer, Bürgerrechtler, oberster Stasi-Enthüller, Demokratie-Reisender - und nun also demnächst angekommen in Schloss Bellevue.

Noch fremdelt er mit dem Gedanken. "Ich hätte noch gerne weitere Lesungen gemacht", sagt Joachim Gauck, nachdem ihn die Fürther mit Standing Ovations gefeiert haben. Aber er werde ja wiederkommen, "wenn auch ganz anders".

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Eintrag vom 24.02.2012 um 14:00
Geschrieben von:  Gerhard Ruden
E-Mail an Gerhard Ruden senden  E-Mail Lieber Hans-Jochen Tschiche,
nun will ich mich doch einmal bei Dir zu Wort melden-gerade weil ich verschiedene Bedenken habe, Joachim Gauck zum BP zu machen. Dein Beitrag für den „Freitag“ veranlasst mich folgendes festzustellen: Wie einige andere und große Teile der evangelischen Kirche im Osten bist Du der Überzeugung, dass die DDR-Bürgerrechtsbewegung mit Ihren Forderungen nach einem "menschlichen Sozialismus" immer noch als Ideal für die Welt der Zukunft gesehen werden sollte. Es ist für Dich einfach nicht hinnehmbar, dass der jahrelange Kampf gegen das SED-System dieses zwar zum Einsturz brachte - aber das Ideal einer "menschlichen Gesellschaft" nicht erreicht wurde. Und es bedeutet für Dich Verrat an der Revolution, wenn Herr Gauck die Vorarbeit der Bürgerrechtler nur bis zum Erringen der bürgerlichen Freiheit gelten lässt, um sie hernach dem "kapitalistischen Systems" zu opfern. Vor diesem Hintergrund sprichst Du Gauck die Berechtigung ab, sich Bürgerrechtler zu nennen. Das ist zwar richtig: Gauck war genauso wenig wie Frau Pastorin Zachhuber und Herr Pfarrer Quast ein "Dissidenten-Pfarrer" und DDR-Oppositioneller. Das waren in der Region Magdeburg sehr verdienstvoll Deine Person und Pfarrer Bohley. Es hätte aber nie eine Friedliche Revolution in der DDR gegeben, wenn sich nicht die vielen Gemeindepfarrer mit Ihren Gottesdiensten und Gebeten zur gesellschaftlichen Erneuerung an die Spitze des Volksunmutes gestellt hätten. Sie haben schließlich die Forderungen der DDR-Oppostion in friedlicher Form zur Massenforderung gemacht. Von daher sind die Verdienste eines Pfarrer Gauck nicht klein zu reden sondern gleichberechtigt mit der Vorarbeit der Opposition einzuordnen.
Mit besten Grüßen von G. Ruden
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Eintrag vom 24.02.2012 um 13:11
Geschrieben von:  Andreas Rochow
E-Mail an Andreas Rochow senden  E-Mail Die Art und Weise, wie Sie ein Feindbild aufbauen und auf Joachim Gauck eindreschen ist in hohem Maße unwürdig. Sie bestätigt damit aber einen Eindruck, den ich als Mitglied des Neuen Forum frühzeitig von Ihnen hatte. Gemeinsam mit der Mehrheit der Mitglieder des Neuen Forum im Kreis Haldensleben konnte ich Ihnen nicht folgen, als Sie zu den Grünen überliefen und "Unterschlupf" (Ihr Wort!) im Landtag suchten und fanden. Ihre aktuellen Auslassungen über Joachim Gauck sind gnadenlos ungerecht und fallen auf Sie selbst zurück! Ein bedauerlicher Vorgang. Der Grund für Ihre persönliche Verletztheit bleibt dubios. Man kann nur mit dem Kopf schütteln.
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