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Eintrag vom 24.02.2012 um 14:00
Geschrieben von:  Gerhard Ruden
E-Mail an Gerhard Ruden senden  E-Mail Lieber Hans-Jochen Tschiche,
nun will ich mich doch einmal bei Dir zu Wort melden-gerade weil ich verschiedene Bedenken habe, Joachim Gauck zum BP zu machen. Dein Beitrag für den „Freitag“ veranlasst mich folgendes festzustellen: Wie einige andere und große Teile der evangelischen Kirche im Osten bist Du der Überzeugung, dass die DDR-Bürgerrechtsbewegung mit Ihren Forderungen nach einem "menschlichen Sozialismus" immer noch als Ideal für die Welt der Zukunft gesehen werden sollte. Es ist für Dich einfach nicht hinnehmbar, dass der jahrelange Kampf gegen das SED-System dieses zwar zum Einsturz brachte - aber das Ideal einer "menschlichen Gesellschaft" nicht erreicht wurde. Und es bedeutet für Dich Verrat an der Revolution, wenn Herr Gauck die Vorarbeit der Bürgerrechtler nur bis zum Erringen der bürgerlichen Freiheit gelten lässt, um sie hernach dem "kapitalistischen Systems" zu opfern. Vor diesem Hintergrund sprichst Du Gauck die Berechtigung ab, sich Bürgerrechtler zu nennen. Das ist zwar richtig: Gauck war genauso wenig wie Frau Pastorin Zachhuber und Herr Pfarrer Quast ein "Dissidenten-Pfarrer" und DDR-Oppositioneller. Das waren in der Region Magdeburg sehr verdienstvoll Deine Person und Pfarrer Bohley. Es hätte aber nie eine Friedliche Revolution in der DDR gegeben, wenn sich nicht die vielen Gemeindepfarrer mit Ihren Gottesdiensten und Gebeten zur gesellschaftlichen Erneuerung an die Spitze des Volksunmutes gestellt hätten. Sie haben schließlich die Forderungen der DDR-Oppostion in friedlicher Form zur Massenforderung gemacht. Von daher sind die Verdienste eines Pfarrer Gauck nicht klein zu reden sondern gleichberechtigt mit der Vorarbeit der Opposition einzuordnen.
Mit besten Grüßen von G. Ruden
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Eintrag vom 24.02.2012 um 13:11
Geschrieben von:  Andreas Rochow
E-Mail an Andreas Rochow senden  E-Mail Die Art und Weise, wie Sie ein Feindbild aufbauen und auf Joachim Gauck eindreschen ist in hohem Maße unwürdig. Sie bestätigt damit aber einen Eindruck, den ich als Mitglied des Neuen Forum frühzeitig von Ihnen hatte. Gemeinsam mit der Mehrheit der Mitglieder des Neuen Forum im Kreis Haldensleben konnte ich Ihnen nicht folgen, als Sie zu den Grünen überliefen und "Unterschlupf" (Ihr Wort!) im Landtag suchten und fanden. Ihre aktuellen Auslassungen über Joachim Gauck sind gnadenlos ungerecht und fallen auf Sie selbst zurück! Ein bedauerlicher Vorgang. Der Grund für Ihre persönliche Verletztheit bleibt dubios. Man kann nur mit dem Kopf schütteln.
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Eintrag vom 24.02.2012 um 12:49
Geschrieben von:  peter
E-Mail an peter senden  E-Mail sehr geehrter herr tschiche, danke für die klaren worte in der zeit zu herrn gauck.

mfg, peter myers
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Eintrag vom 23.02.2012 um 21:40
Geschrieben von:  Manfred Thon
E-Mail an Manfred Thon senden  E-Mail Wortmeldung aus dem DDR-Vermögen
Pfarrer iR Jochen Tschiche, in Evang. Männerarbeit, Evang. Akademie zu DDR-Zeiten unser Mitstreiter für Recht und Gerechtigkeit, MdL S-A 1. Leg., hat sich im „Freitag“ zu Wort gemeldet. Auch wenn es wieder mal zu spät ist,
aus dem DDR-Erinnerungsvermögen benenne ich hier erlebte DDR-Geschichte:
Etwa 1982 hatten Pfarrer Alberts und Gräfin Dönhoff in Erinnerung des 18. März 1848 den Aufruf „18. März – gemeinsamer deutscher Gedenktag für Freiheit und Demokratie“. Und diese gute Idee fiel da und dort auf fruchtbares Land. Im Gespräch war als gesamtdeutsche National-Hymne und auf die Haydn-Melodie zu singen „Anmut sparet nicht noch Mühe“, Bert Brechts Kinderhymne. - Weiß das noch wer?
Als in den 1980er Jahren mehr und mehr die Friedensbeter durch die Straßen zogen, mit dem Ziel, Veränderung der DDR, Herstellung von Recht und Gerechtigkeit, war von Einheit Deutschlands mW nirgendwo die Rede. Doch nach dem 9. November 89 kamen die „Gardinenprediger“ aus ihren Verstecken und forderten „Deutschland einig Vaterland“.
Die am 18. März 1990 frei gewählte DDR-Volkskammer beschloß die Vorbereitung der Wiedervereinigung beider Deutschland mit allen Kapitalismus-Folgen: Anschluß statt Vereinigung, Abwertung zu 3/4-Menschen, Beginn der Hexenjagden „wegen Staatsnähe“, Abschaffung des wichtigsten Menschenrechtes auf „Teilhabe an der Schöpfung = Arbeit“.
Als Gruß zitiere ich OHM, „Recht wird gelinkt – ergo ist Links im Recht“
Pfarrer iR Manfred Thon
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Eintrag vom 23.02.2012 um 18:36
Geschrieben von:  Jürgen Egener
E-Mail an Jürgen Egener senden  E-Mail Hallo Herr Tscheche,

vielen Dank für diesen sehr guten Artikel.
http://www.freitag.de/politik/1208-gauck-ist-die-falsche-person

Beste Grüße ein LINKER
vom linken Niederrhein

Jürgen Egener
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